Silke Leverkühne – Über den Künstler

Hintergrund

Silke Leverkühne studierte in den 70er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf. Das einzig verbindende Element mit der damals im Trend liegenden „Neuen wilden Malerei“ ist die Figuration.
Leverkühnes Ansatz ist weniger emotional als konzeptionell. Seherfahrungen – Reisebilder des inneren Auges strukturiert sie in Farbe und Form, löst sie aus der Umgebung und gibt ihr eine perspektivfreie Dimension.
Wolken sind paradoxe Erscheinungen, einerseits ephemer, andererseits unvergänglicher Bestandteil der Natur. Sie stehen am Übergang von Himmel und Erde, Metaphysik und Realität.
Die Düsseldorfer Künstlerin spielt mit der Vorgeschichte des vielbenutzten Motivs, indem sie es durch ihre Art der Malerei neu entdeckt ( artonnet Bild Nr. 6 + 7 ). Barocker Überschwang, der die geschätzte venezianische Malerei der Hochrenaissance zitiert, wird in den Bildern gedämpft durch eine spröde, stumpfe Oberfläche, die sich aus der Verwendung von Eitempera ergibt. Da Eitempera schnell trocknet, können anders als bei der Ölmalerei farbliche Übergänge nicht vermalt werden. Dadurch wirken die Bilder auf den ersten Blick unprätentiös.

Silke Leverkühne, die Auf- und Abwertung ihres Mediums mehrfach erlebt hat, widersetzt sich in ihrer Arbeit der Vereinnahmung durch Trends. Es entstehen Arbeiten ,die den Betrachter in einer Zeit rasanter digitaler Bildproduktionen Ruhe abverlangen und so mit überraschend einfachen Mitteln, Welten öffnen. Die Künstlerin gehört zu den wichtigsten figurativen Malern unserer Zeit in Deutschland.

Biografie

1953 geboren in Rendsburg
1971 – 76 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf
Meisterschülerin bei Prof. Hüppi
1975 – 76 Studium an der Accademia di Belle Arti, Florenz
1985 – 86 Atelier im Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1987 – 89 Stipendiatin der Günter-Peill-Stiftung, Düren
1989 Förderpreis der Stadt Düsseldorf
1993 – 95 Gastprofessur für Malerei an der Gesamthochschule Kassel
seit 1999 Lehrauftrag für Malerei an der Universität Gh Essen

lebt und arbeitet in Düsseldorf

Ausstellungen

Einzelausstellungen ( Auswahl )
1980 Leopold-Hoesch-Museum, Düren
1986 Städtische Galerie, Düsseldorf
Künstlerhaus Bethanien, Berlin
1989 Leopold-Hoesch-Museum, Düren
1990 Forum Bilker Straße, Kunstmuseum Düsseldorf
Westfälischer Kunstverein, Münster
Mannheimer Kunstverein
Erfurter Kunstverein im Angermuseum
1991 Kunstverein Braunschweig
Kunstverein Emmerich
1992 Kunstverein Lippstadt
1997 Van-der-Heydt-Museum, Wuppertal
1998 Kunstverein Recklinghausen
2000 Altonaer Museum in Hamburg
2001 Kunstverein Grafschaft Bentheim, Neuenhaus
Kornspeicher der Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel